Urteil der Woche

Anrechnung von Balkonflächen

Sowohl für die Begründung von Mieterhöhungen als auch für die Abrechnung von Nebenkosten ist in der Regel die Größe einer Wohnung maßgeblich. Streitigkeiten gibt es oft dann, wenn zu einer Wohnung ein Balkon gehört. Dann ist fraglich, ob und wenn ja, mit welchem Anteil die Balkonfläche der Wohnfläche zuzurechnen ist. Mit einer solchen Frage, die im Zusammenhang mit einem Mieterhöhungsverlangen aufgekommen ist, hatte sich jetzt das AG Hamburg zu befassen.

Im Urteil vom 18.12.2019 (Az. 49 C 213/18) hat das AG Hamburg entschieden, dass ein Vermieter die Wohnfläche, die er einem Mieterhöhungsverlangen zugrunde legt, nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV) zu bestimmen hat. Dabei sei es, um eine objektive Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten, unerheblich, ob die Wohnung vor Inkrafttreten der WoFlV bis Ende Dezember 2003 oder erst ab Januar 2004 vermietet worden sei. Weiterhin weist das Amtsgericht darauf hin, dass eine Balkonfläche nach der WoFlV in der Regel nur mit 25 % ihrer Fläche der Wohnfläche anzurechnen ist. Dies deshalb, da, anders als z.B. ein Wintergarten, ein Balkon aufgrund seiner witterungsabhängigen Nutzbarkeit einen deutlich geringeren Wohnwert als ein „normales Zimmer“ hat.

Lennestadt, den 14.02.2020

Ch. Brüggemann

Rechtsanwalt